Wave your flag India! Goodbye

Nach drei Monaten geht diese Reise nun zu Ende. Eine Reise, die sehr schwer in Worte zu fassen ist. Sie war atemberaubend, weltfremd, laut, absolut dreckig, bunt, vielseitig, erschreckend aber absolut herrlich. Der Martin fasst sie unter dem Begriff „eindrucksreich“. Das Land Indien ist eine Herausforderung. Ein Reisender, dem wir begegnet sind, meinte sehr treffend, es ist eine „24-hour-challenge“. Es ist unvorstellbar, aber man kann keine zehn Meter gehen ohne mindestens fünf Sachen angeboten zu bekommen, während dessen muss man darauf achten nicht in Kuhfladen oder Urin zu steigen beziehungsweise in einen Hund, einen schlafenden Menschen oder eine Rikscha zu laufen. Wir haben in unserem Leben noch nie so einen Trubel erlebt und es sind schlicht und ergreifend zu viele Menschen. Aber bei einem Siebtel der Weltbevölkerung ist das kein Wunder. Wir haben gelernt messerscharf zu handeln, die Wahrheit hinter den Fassaden zu erkennen und haben dabei einen komplett anderen Blickwinkel auf die Welt erhalten. Ganz neue Ansätze diskutiert und erlebt wie verflixt gut es uns geht. Und dass es immer zwei Seiten gibt. Wir haben euphorisch vom Taj Mahal berichtet. Aber wir haben Inder in Nepal kennengelernt, die uns die andere Seite der Medalie erzählt haben. Der König wollte nicht, dass es je so etwas Vergleichbares wie sein Erschafftes gibt. Er nahm dem Architekten sein Augenlicht und den 20.000 Arbeitern (!) wurden die Hände abgeschlagen, damit sie nicht fähig waren etwas Ähnliches zu bauen. Der Großteil verblutete… War es das wert?

Und dann Nepal, das kleine Juwel zwischen den Giganten China und Indien. Wir bezeichnen unseren zwei-Wochen-Trip dorthin als Urlaub, weil es so schön war. Es waren ehrliche Leute, die dir helfen und das Geld nicht aus der Tasche ziehen wollten oder dich zu einem Vetter geschickt haben. Auch konntest du die Straße alleine entlang laufen. Ein Reiseführer hat geschrieben, dass man wegen der Berge das erste Mal kommt, aber wegen den Menschen wiederkehrt. Wir sind nicht wegen den Bergen gekommen, aber er hat absolut recht!

Wir haben in unserem langen Trip so viele Urlaube vereint. Wir haben Strandurlaub gemacht, Städte besichtigt, auf einer einsamen Insel waren wir, Berg- und Wanderurlaub, Erholung in einem Ashram, Urlaub auf einem Hausboot, kulturelle Orte besucht und eine Menge Abenteuer erlebt.

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Zum Abschluss ein Zitat, welches die Reise perfekt zusammenfasst:

„The real voyage of discovery consists not in seeking new landscapes, but in having new eyes“ – Marcus Proust

Wir sitzen morgen in der British Airways Maschiene aus London, die um 20:20 Uhr in München landet.

Adieu und bis gleich!
Martin & Lisa

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